Da ich so ein schlechtes Gewissen hab weil ich so lang nicht geschrieben habe, schreib ich heute Abend gleich wieder. =)
Da haben Elke, Michèle, Thömu und Riki den Drop In Boden gestrichen. Es sieht nun viel freundlicher aus in diesem Raum. Danach hatte Elke blaue Handabdrücke auf ihren Hosen und Thömu auf seinen Adiletten…
Da waren wir Skifahren auf einem “Berg” hier in der Nähe. Es war voll lustig, die antike Sesselbahn hat einen jedesmal schier von den Füssen gehauen wenn man sich draufsetzen wollte. Und man beachte unsere langen und geraden Skier, die wir von 401 ausleihen durften. Ich wars nicht mehr wirklich gewohnt, auf solchen zu fahren und mich hats dermassen auf die Schulter gehauen, dass ich für 3 Wochen nicht mehr auf dieser Seite schlafen konnte. Am Anfang musste ich sogar das auf dem Rücken schlafen trainieren. Seit Mitte letzter Woche gehts aber wieder. Ach, das war so schön, als ich zum ersten Mal wieder 5min auf dieser Seite liegen konnte. Danach musste ich mich aber schmerzeshalber wieder auf die andere Seite drehen… Tjaja, jetzt gehts ömu wieder.
Hier noch ein Bildli vom Sleeping Giant. Das ist eine Halbinsel im Lake Superior. Das Foto haben wir gemacht, als wir eine Woche vor Thömus Abreise (Samstag vor Ostern) auf dem Mount McKay gepicknickt haben. Naja, ist ein bisschen übertrieben. Wir haben heisse Schoki und Schoki, meine Decke und Gitarre und die Liederbücher eingepackt. Liederbücher und heisse Schoki in den selben Korb zu tun hat sich als schlechte Idee rausgestellt, die Liederbücher haben jetzt alle einen Schockirand…
Aber es war auf jeden Fall lustig und sogar schon warm genug, um ohne zu erfrieren ein bisschen draussen zu sitzen.
Das ist ein Bild von Thömus Abschiedsparty die wir am Tag vor seiner Abreise für ihn organisiert hatten. Er wusste von nichts und war dann schön überrascht, als über 50 Leute kamen, um ihm zu zeigen, wie wichtig er ihnen geworden war.
Gerade die Natives mochten ihn sehr, da er als Emmentaler – im Gegensatz zu Riki – nicht die ganze Zeit redet oder sie ausfragt, sondern ihnen einfach zuhören oder auch ein Schweigen aushallten kann.
Wir haben während dem Abend alle Leute ein Plakat mitgestalten lassen. Hier das Resultat.
Eine Nachricht war besonders lustig: “Thomas, ich liebe dich. Ich vermisse dich schon jetzt. Umarmungen und Küsse. ” Unterschrieben wars mit dem Namen von einem der 401-Girls. Diese war aber gar nicht da und kann auch kein Deutsch. Geschrieben hat sie Harvey, der ehemalige Drop In Direktor…
Hier seht ihr ein Bildli vom Montag Abend. Es war um halb 9 immer noch so warm, dass wir auf dem Dach picknicken konnten. War voll gemütlich.
Ja, das ist auch was lustiges hier: Sobald es über 10° warm ist, sieht man überall Leute in Flipflops, Spaghettiträgertops, …
Aber kurze Hosen haben wir auch schon bei -25 gesehen (dann oftmals mit dicken Winterstiefeln kombiniert…). Ein Junge hat uns erklärt: “-25 ist schön warm. Da wo ich herkomme wird’s -60.”
…tja.
Es war auf jeden Fall ein tolles Gefühl, als ich zum ersten Mal mit Karla ohne Jacke vom Tim Hortons nach Hause gelaufen bin. Naja, ich war dann doch froh, als ich in die warme Wohnung kam…
Ich habe mich hier nun wirklich ziemlich eingelebt und geniesse die verbleibenden 7 Wochen. Ich habe hier so viele wunderbare Leute kennen gelernt. Und nun kann ich diese Beziehungen pflegen. Heute Abend waren wir zum Beispiel bei Joy und haben Perlenstickereien gemacht (ich arbeite an meinen Mokassisns). Vorher habe ich einem Mädchen aus der Gemeinde Klavierunterricht gegeben. Morgen werde ich Babysitten und dann kommt Sybil zum essen. Sie hat FAS (fetales alkohol Syndrom), ist also geistig behindert. Sie kocht meistens irgendetwas mit uns und dann spielen wir Spiele. Ich habe ihre Art und ihr fröhliches Lachen, aber auch ihre Kochkünste schätzen gelernt. Obwohl es nicht immer einfach ist mit ihr.
Dann gibts Tina, sie geht zur High School hier und mit ihr verstehe ich mich sehr gut. Wir gehen oft zu Tim Hortons zusammen.
Oder Leta, eine alleinerziehende Mutter, die schon durch ziemlich viel gegangen ist in ihrem Leben. Da sie scheinbar fast nicht einfach mal hinsitzen und einen Kaffee trinken kann, renne ich mit ihr meistens irgendwo rum (erst Secondhandshop, dann nach Hause zum Bannock backen, das Brot der Natives, dann zum Futureshop und Walmart,…). Aber dabei ergeben sich gute Gespräche.
Und dann eben auch die Ka-na-chi-hi-Boys, oder andere Leute aus der Gemeinde, oder Karla von 401 oder …
Langsam ist unsere Arbeit ins Rollen gekommen, und das macht Spass! Ich freue mich schon jetzt auch darauf, wieder nach Hause zu kommen und euch alle wieder zu sehen. Aber ein Teil meines Herzens wird wohl hier bleiben.





