Von Sonntag bis Mittwoch gings nach Red Lake, das ist „nur“ etwa 7h entfernt von Thunder Bay. In Red Lake hat die Mission, für die wir arbeiten (Living Hope Native Ministries) ihr Büro und wir hatten dort eine Orientation.
Wir mieteten einen Wagen (Dodge natürlich =), den wir am Sonntag Mittag abholten, und fuhren up north. Wir wollten möglichst früh losziehen, damit wir nicht im Dunkeln fahren müssen wegen den Elchen.
Es war dann schliesslich doch dunkel, aber wir kamen heil an.
Ich machte gerade 4 Toasts (ein Toaster, in dem man 4 Scheiben auf einmal machen kann!), als LaMar kam und uns einlud, auf ein paar Egg-Sandwiches vorbeizukommen. Die waren super und wir waren so froh, dass wir nicht noch was Kochen mussten. LaMar arbeitet für New Hope und schaute während der 4 Tage zu uns. Er ist der Vater von Emily, unserer Nachbarin und Leiterin des Drop-In-Centers.
Richtig canadian bedankte sich LaMar beim verabschieden dafür, dass wir noch vorbeigeschaut haben. Kanadier bedanken sich einfach für alles!
Am Montag gabs dann am Morgen eine Orientation darüber, was Living Hope eigentlich ist und was sie tun und auch über die Native Kultur. Am Nachmittag fuhren wir dann nach Pikangikum (sprich: pikandschikum), ein Reservat, welches nur einen Katzensprung entfernt ist: 2h…
Zuerst war die Strasse ziemlich gut, aber am Schluss fühlte es sich eher wie in einer 8erbahn an, als wie in einem Auto. Das letzte Stück fuhren wir dann sogar auf dem See.

Pikangikum ist eines der grössten Reservate, sie haben sogar eine eigene Schule. Diese brannte jedoch nieder und so hatten die Kinder halt für 4 Monate keinen Unterricht. Auch haben die meisten Häuser kein fliessendes Wasser.
In Pikangikum besuchten wir Colleen, eine Missionarin, die dort lebt und arbeitet. Es war voll spannend, ihr zuzuhören, aber was sie erzählte war auch ziemlich traurig. Ich habe über ihre Liebe zu den Menschen dort gestaunt.
Danach gings wieder zurück nach Hause. Am nächsten Morgen durften wir bei LaMar Pancakes essen, natürlich mit allem drum und dran: Speck, Spiegeleier, Ahornsirup, irgendwelche Würstchen,… Einfach herrlich! Danach gabs noch einmal etwas Orientation und nach dem Mittagessen schliesslich das Highlight: Skidoo fahren (laut Elke Scubidoo =)
LaMar wohnt direkt am See und hat 3 von den Dingern (manche, seine zwar nicht, fahren bis zu 150km/h und in Kanada dürfen schon 12-jährige Skidoo fahren!) und die sind einfach hammer! So mit 90 über den gefrorenen See fahren ist schon noch so ein gutes Gefühl…

Bei der vorherigen Tour durch Red Lake sahen wir auch überall auf dem See Halbwüchsige auf den Skidoos. Es ist eben alles grösser, wie die canadische Version der Töfflibuebe mal wieder beweist.
Am Abend gabs dann noch ein Feast (keine Ahnung ob das die richtige Schreibweise ist, das ist ein Ojibwey-Wort und meint das, was wir canadisches Buffet nennen) zu dem die Leute aus den beiden Mennonitengemeinden in Red Lake eingeladen wurden. Auch die Leute waren super nett. Riki schoss dann noch den Vogel ab mit den Worten: „We´re happy to be here in Red DEER!“ Hehe, Riki und Namen…
Am nächsten Tag gings dann wieder zurück und kurz vor Thunder Bay sahen wir sogar noch ein Moose! Zum Glück neben der Strasse…


