Die sog. survival-week liegt schon ein bisschen zurück (die war nämlich in der 3. Woche), aber davon muss ich unbedingt auch noch schreiben, die war nämlich super!
Das Ziel dieser Woche war Teambildung, aber auch an seine Grenzen kommen. Dadurch, dass wir diese Woche so nahe aufeinander waren, konnten wir auch schon ein bisschen sehen, wo’s eventuell Schwierigkeiten geben könnte.
Tja, zu viel verraten will ich nicht, falls irgend jemand von den Lesern auch mal Get it macht. Das spezielle an dieser Woche ist nämlich, dass du nie weisst, was als nächstes kommt. Aber das Programm ändert eh jedes Jahr.
Am Montag Morgen, den 22. Oktober (!) standen wir also mit vollgepackten Rucksäcken, inkl. Schlafsack und Isomatte, vor dem Schulgebäude. Peter und Heidi, die Leiter der Woche, kontrollierten erst das Gepäck und dann nahmen sie uns alle Süssigkeiten ab (Grrrrr).
Nach einer kurzen Fahrt mit dem Bienibus stiegen wir bei einem Sportplatz aus, wo wir alle Inlineskates verpasst bekamen. In den nächsten zwei Stunden lernten wir skaten bzw. bauten unsere Fähigkeiten weiter aus.
Weiter gings im Bienibus. Wir hielten bei zwei kleinen Seen wo wir uns verpflegten. Die Plätze rund ums Feuer waren sehr begehrt, da es wirklich saukalt war. Danach versuchten wir etwa eine halbe Stunde auf eine möglichst klein zusammengefaltete Plache zu stehen. Das machten wir natürlich noch so gerne, da es schön warm gab. Danach kriegten wir eine Karte in die Hand gedrückt und kamen etwa eine halbe Stunde später (Eva, unserer OL-Läuferin sei Dank) am Biwakplatz (!!!) an.
Die restliche Zeit des Abends verbrachten wir damit, ein Biwak zu bauen, Abendessen zu kochen und Holz zu sammeln. Mit dem Biwakbau wurden Eva und ich betraut (beides Jungschileiter…). Aber wir hatten ganz schön Mühe, da wir einfach aus Materialmangel keinen Gotthard, Berliner oder Spatz für 10 Personen bauen konnten. Bis wir dann auf die Idee kamen, dass wir auch einfach Material im Wald sammeln könnten (jojo, die hüttige Jungschärler si eifach scho Materiauabhängig)…
Schlussendlich haben wir alle in diesem Zelt geschlafen, wenn es auch nicht wirklich warm war.
Am nächsten Tag gings mit dem Velo weiter. Aber wer jetzt denkt, es sei schön flach gewesen, täuscht sich gewaltig. So kam es, dass ich und einige andere die Velos hauptsächlich schoben. Zum Glück gabs unterwegs immer wieder Posten, wo wir uns ein bisschen ausruhen konnten. An diesem Tag fingen die Fantasien von Schokolade, heissen Duschen, einem anständigen Klo usw. an…
Schliesslich kamen wir zu einer Höhle, in die man hinten reinklettern konnte und in der wir dann auch schliefen. Aufgrund eines Baches, der durch die Höhle floss, mussten einige des Nachts ziemlich oft aufstehen und „für kleine Mädchen/Jungs“.
Am nächsten Morgen gabs – schon wieder Eva sei Dank, da sie Bäckerin ist – super Schlangenbrot. Etwas später sassen wir wieder im Bienibus und fuhren, und fuhren, und meine Füsse froren schier ab. Irgendwann hielten wir dann, und es hiess: Aussteigen, wir machen jetzt einen zweistündigen Aufstieg. Bingo, dachte ich, denn eigentlich wollte ich nur irgendwohin, wo’s warm ist, aber sicher nicht nach draussen in den Nebel.
Naja, ich ging halt dann doch. Mit dem Rucksack (aus dem wir vorher alles, was wir nicht brauchen würden ausgepackt hatten) gings hoch.
Noch diesen Hügel. Da ist schon wieder ein Hügel, tja dann. Noch ein Hügel. Irgendwann wars einem einfach egal. Nach der ersten halben Stunde marschierten wir schweigend und bekamen immer wieder neue „Denkaufgaben“, z.B. wie stehts um mich und Gott oder was bringe ich dem Team, wo bin ich schwierig für das Team. Dies war total gut, da man so abgelenkt war vom wandern.
Irgenwann kamen wir dann über das Nebelmeer, gerade bevor die Sonne verschwand. Aber zum Glück hatte es vorher Nebel, denn wenn wir gesehen hätten, wo wir hochgehen, hätten wir uns wohl geweigert.
Diese Nacht verbrachten wir in der Heftihütte, endlich wieder auf einer Matratze und es gab sogar ein Klo.
Am nächsten Tag gings dann zum Klettern. Es war toll zu merken, was man schafft, wenn man’s sich zutraut.
Am Abend sahen wir noch einen „gigantomanischen“ [Rahel, 2007] Sonnenuntergang, bei dem wir einfach nur noch über die schönheit von Gottes Schöpfung staunen konnten.
Am nächsten Tag gings wieder runter. Unten wieder in den Bienibus und so fuhren wir wieder eine Zeitlang. Irgendwann sagte Michèle: „Ah, hier wohnt meine Cousine“. Plötzlich: „Wir fahren Richtung See!“. Uns schwante schlimmes, denn wir hatten unser Badzeug mitnehmen müssen. Und so kams wirklich, jeder musste bis zum Kinn in den See rein. Wir schrien natürlich wie am Spiess, ausser Sandra (von Quest), die gemütlich eine Runde schwamm. Danach wars einem aber voll warm und man fühlte sich richtig erfrischt (zum ersten mal in dieser Woche waren wir wieder ein bisschen sauberer).
So. Noch mehr kann ich nicht verraten. Nur noch soviel: Die Schokolade bekamen wir wieder zurück, aber erst am Sonntag!
Und Fotos folgen noch, aber die sind auf Elkes Laptop, der abgestürzt ist. Zum Glück kennt sich einer unter den Studenten aus, der hat die Festplatte ausgebaut, weil wir den Laptop einschicken müssen. Wieder mal hats sich bewiesen: „Back up ist nur für Feglinge!“